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Puls und Blutdruck: Zwei unterschiedliche Werte

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Geschrieben von Edibel Quintero, R.D.
Faktencheck durch Rosmy Barrios, MD
Letztes Update: September 21, 2023
6 min Lesezeit 1407 Ansichten 0 Kommentare
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Schon in Kindertagen werden Puls und Blutdruck bei ärztlichen Untersuchungen gemessen, um verschiedene Aspekte der körperlichen Gesundheit beurteilen zu können. Wo aber liegt der Unterschied zwischen den beiden Werten und beeinflusst der eine den anderen? Im Folgenden wollen wir uns näher mit der Unterscheidung, aber auch möglichen Zusammenhängen beschäftigen.

Puls und Blutdruck

Werden Puls und Blutdruck bei einem Arztbesuch gemessen, ist das nicht ungewöhnlich und kein Grund zur Sorge. Die Werte sollen Aufschluss über die Herzgesundheit und ein mögliches Risiko für Herzerkrankungen geben – sind somit also eine reine Routineuntersuchung.

Während aber viele Patientinnen und Patienten die Werte gleichsetzen, sind Puls und Blutdruck tatsächlich sehr verschieden und werden entsprechend durch zwei unterschiedliche Messverfahren ermittelt. Folglich steigen und fallen sie auch nicht immer im Gleichschritt. Um die Leistungsfähigkeit und den Gesundheitsstatus deines Herzens zu verstehen, ist es deshalb wichtig, den Unterschied zu kennen.

So kann dein Arzt oder deine Ärztin anhand dieser Werte vorliegende gesundheitliche Probleme ausschließen oder diagnostizieren. Damit kann er oder sie dann eine frühzeitige Diagnose stellen und einen Behandlungsplan festlegen, noch bevor Komplikationen auftreten.

Im folgenden Artikel gehen wir also näher auf die Unterschiede zwischen Puls und Blutdruck ein und klären, ob oder wie die beiden Werte zusammenhängen.

Was ist der Blutdruck?

Als Blutdruck wird allgemein der Druck beschrieben, den das Blut gegen die Arterienwände ausübt, während es vom Herz durch den Körper gepumpt wird. Gemessen wird der Wert mit einer Blutdruckmanschette – auch Sphygmomanometer genannt –, die um den Oberarm gelegt wird.

Nach der Messung werden auf dem Gerät zwei Zahlen angezeigt, der systolische und der diastolische Blutdruck. Der systolische Blutdruck misst dabei den Druck während des Herzschlags, also wenn Blut in die Arterien befördert wird. Der diastolische Blutdruck dagegen misst den Druck zwischen den Herzschlägen, wenn der Herzmuskel kurzzeitig erschlafft und Blut in das Herz nachströmt.

Ziel der Untersuchung ist herauszufinden, ob dein Blutdruck normal oder eventuell erhöht ist. Von Bluthochdruck, in der Medizin als Hypertonie bezeichnet, sprechen wir also, wenn der Druck auf die Blutgefäße für das jeweilige Alter ungewöhnlich hoch ist. Bleibt Bluthochdruck unbehandelt, kann sich das Risiko für verschiedene gesundheitliche Probleme erhöhen, darunter für einen Herzinfarkt, Schlaganfall oder Herzversagen.

Zunächst einmal ist ein erhöhter Blutdruck aber kein Grund zur Sorge. Du solltest nur eben Maßnahmen ergreifen, um den Wert wieder in einen gesunden Bereich zu bringen. So gilt für einen gesunden Erwachsenen zwischen 20 und 50 Jahren ein Wert von 120/80 mmHg oder darunter als normal.

Von niedrigem Blutdruck (Hypotonie) dagegen sprechen wir, wenn der arterielle Druck ungewöhnlich niedrig ist. Häufig fühlen sich die Betroffenen durch den abrupten Druckabfall schwach und werden von Schwindel geplagt.

Wie du siehst, kann es also sehr wichtig sein, den eigenen Blutdruck zu überwachen, da sowohl Bluthochdruck als auch eine Hypotonie lebensbedrohlich sein können.

Was ist der Puls?

Der Puls, oft auch als Herzfrequenz bezeichnet, gibt an, mit wie vielen Schlägen pro Minute dein Herz Blut durch den Körper pumpt. Gesteuert wird dieser Wert vom autonomen Nervensystem. Aber auch Faktoren wie der Lebensstil, das Alter, der allgemeine Gesundheitszustand und eine Medikamenteneinnahme können die Geschwindigkeit, in der das Herz schlägt, variieren lassen.

Auch wenn häufig gleichgesetzt, so entspricht der Puls nicht deiner allgemeinen Herzfrequenz. Deine Herzfrequenz beschreibt, wie häufig dein Herz pro Minute schlägt. Weil so ein Herzschlag aber mitunter recht schwach ausfallen kann, löst nicht jeder automatisch einen spürbaren Puls in den Arterien aus. 

Zwar variiert der Puls von Person zu Person, grundsätzlich, aber gilt ein Ruhepuls von 60 bis 100 Schlägen pro Minute als gesund. Liegt der Ruhepuls darüber, gilt er als erhöht und sollte ärztlich abgeklärt werden. Gleiches gilt für einen Puls unter 60 Schlägen pro Minute.

Wie schon erwähnt, ist es ganz normal, dass manche von uns einen höheren oder eben niedrigeren Puls haben. Besonders Sportler:innen haben aber in der Regel einen niedrigeren Ruhepuls, was Studien zufolge die Lebensdauer verlängern kann. 

Um deinen Puls selbstständig zu überprüfen, schnapp dir eine Uhr und ertaste am Handgelenk oder Hals deinen Puls. Zähle dann, wie oft dein Herz innerhalb einer Minute schlägt.

Wie unterscheiden sich Blutdruck und Puls?

Auch wenn sich beide Werte um die Arbeitsweise und Gesundheit des Herzens drehen, sagen sie doch Unterschiedliches aus. Denn während der Puls angibt, wie oft dein Herz pro Minute schlägt, misst der Blutdruck den Druck des Blutflusses gegen die Arterienwände. Entsprechend sind auch die Messverfahren verschieden.

Die Messung selbst ist reine Routine und sollte Teil einer Vorsorgeuntersuchung beim Hausarzt oder der Hausärztin sein. So können die Werte schon früh Aufschluss darüber geben, ob das Herz ordnungsgemäß funktioniert, oder sich überarbeitet, um den Blutfluss aufrechtzuerhalten.

Achte bei deinem nächsten Training, auf dem Fahrrad oder beim Treppensteigen einmal gezielt auf dein Herz. Dir wird auffallen, dass der Puls schneller wird, da das Herz versucht, zusätzliches Blut zu den Muskeln zu transportieren. Deinen Blutdruck kannst du in der Regel nicht selbst erfühlen. Auch dieser kann bei körperlicher Aktivität allerdings vorübergehend ansteigen.

Spürst du dagegen auch im Sitzen oder Liegen, dass dein Herz besonders schnell schlägt, solltest du das Herzrasen unbedingt ärztlich abklären lassen. Nur so können zugrundeliegende Krankheiten ausgeschlossen werden. Gleiches gilt für deinen Blutdruck. Auch ein erhöhter Blutdruck birgt ein gewisses Risiko für deine Gesundheit.

Beeinflusst der Puls den Blutdruck?

Blutdruck und Puls steigen und fallen nicht immer simultan. Das bedeutet, dass der Blutdruck nicht automatisch in gleichem Maße ansteigt, wenn sich der Puls erhöht und umgekehrt.

Das erklärt sich wie folgt: Schlägt dein Herz durch beispielsweise körperliche Anstrengung stärker, erweitern sich die gesunden Blutgefäße und ermöglichen einen verstärkten Blutfluss. Diese Erweiterung der gesunden Blutgefäße trägt dann dazu bei, den Blutdruck stabil zu halten. Auch wenn du also sehr stark ins Schwitzen gerätst, was deinen Puls erheblich erhöht, kann es sein, dass der Blutdruck parallel dazu nur geringfügig ansteigt.

Nichtsdestotrotz gibt es Fälle, in denen sich der Puls als Reaktion auf den Blutdruck anpasst. Dieses Phänomen tritt aber für gewöhnlich nur in extremen Fällen auf, wenn der Puls zu hoch oder der Blutdruck zu niedrig ist.

Ist der Blutdruck im Gegensatz zum Puls also deutlich niedriger, erhöht sich die Herzfrequenz (und in der Folge der Puls). Das Herz versucht auf diese Weise, den Blutfluss zu den Organen konstant zu halten. Schlägt das Herz dagegen mit einer gefährlich hohen Frequenz, sinkt der Blutdruck tendenziell, da das Herz andernfalls Probleme bekommen könnte, das Blut richtig zu pumpen.

FAQ

Kann ich hohe Blutdruckwerte bei niedrigem Puls haben?

Tatsächlich kann ein hoher Blutdruck bei einem niedrigen Puls auftreten, dies kommt allerdings nur selten vor. Möglich wäre ein solcher Fall, wenn du Medikamente gegen Bluthochdruck einnimmst. Ist dem nicht so, könnte die Kombination aus hohem Blutdruck bei niedrigem Puls auf ein gesundheitliches Problem hindeuten, wie beispielsweise auf unbehandelten Bluthochdruck.

Was ist ein guter Ruhepuls?

Für die meisten gesunden Erwachsenen gilt ein Ruhepuls zwischen 60 und 100 Schlägen pro Minute als optimal. Wie niedrig oder hoch genau der Ruhepuls einer Person ausfällt, kann jedoch von verschiedenen Faktoren wie dem Alter, körperlicher Aktivität und dem allgemeinen Gesundheitszustand abhängen. Vor allem bei Sportler:innen und Menschen, die regelmäßig trainieren, ist die Frequenz, mit der das Herz schlägt, wenn der Körper nicht belastet wird, normalerweise niedriger.

Warum schlägt mein Herz auch im Ruhezustand so schnell?

Wir vergessen häufig, dass der Puls nicht nur durch anstrengende körperliche Aktivität, sondern auch durch psychischen Stress steigen kann. So werden tatsächlich die meisten Herzrhythmusstörungen im Alltag durch Faktoren wie Stress, Angst, Koffein, Flüssigkeitsmangel und bestimmte Medikamente ausgelöst. Natürlich kann ein schneller und unregelmäßiger Herzschlag in Einzelfällen aber auch Warnzeichen für ein Herzleiden sein. Eine ärztliche Untersuchung wäre deshalb in jedem Fall ratsam.

Das sagen unsere Mediziner:innen

Blutdruck und Puls sind zwei wichtige Indikatoren für die Gesundheit deines Herzens. Beide Messwerte können unkompliziert ermittelt werden und helfen, den Körper auch zukünftig gesund zu halten. So geben deine Blutdruckwerte Aufschluss darüber, mit wie viel Druck sich das Blut in den Blutgefäßen bewegt. Der Puls daneben beschreibt, wie häufig das durch den Herzschlag gepumpte Blut die Gefäßwände der Arterien ausdehnt.

Nochmal zur Erinnerung: Puls und Herzfrequenz sind nicht als Synonyme zu verwenden – auch wenn sie eng zusammenhängen. So gibt die Herzfrequenz lediglich an, wie oft das Herz pro Minute schlägt, nicht aber, wie häufig sich die Pulswellen an den Arterien messen lassen.

Aber obwohl all diese Werte direkt auf das Herz zurückzuführen sind, steigen und sinken Blutdruck und Puls nicht automatisch in gleichem Maße. So kann der Puls steigen, ohne sich auf den Blutdruck auszuwirken, da sich gesunde Blutgefäße vorbeugend vergrößern, um einen stärkeren Blutfluss zu ermöglichen.

Das lässt sich besonders gut bei sportlicher Betätigung beobachten. Hier erhöht sich die Herzfrequenz und damit der Puls durch die hohe Anstrengung deutlich, während der Blutdruck nur leicht ansteigt.

Während also der Puls Aufschluss über die kardiovaskuläre Aktivität und den Sauerstoffverbrauch geben kann, kann ein niedriger oder hoher Blutdruck keinen Einfluss auf ihn nehmen. Die Überwachung beider Werte ist deshalb entscheidend für die Bewertung des allgemeinen Gesundheitszustands, insbesondere bei Patient:innen mit Bluthochdruck.

Nichtsdestotrotz kann ein dauerhaft erhöhter Ruhepuls mitunter hohe Blutdruckwerte begünstigen. Wird dann auch bei einer ärztlichen Untersuchung ein hoher Blutdruck bzw. Bluthochdruck festgestellt, solltest du unbedingt entsprechende Maßnahmen ergreifen, um den Blutdruck zu senken. Andernfalls kann das Risiko für Herz- und Nierenerkrankungen, einen Herzinfarkt oder einen Schlaganfall deutlich steigen.

Senken kannst du deinen Blutdruck zum einen durch Medikamente, es helfen aber auch gesundheitliche Maßnahmen wie Bewegung, ein gesundes Gewicht, eine möglichst salzarme Ernährung oder Techniken zur Stressbewältigung. Lass dich dazu gerne durch deinen Hausarzt oder deine Hausärztin beraten.

Fazit

Auch wenn beide Messungen Teil der üblichen Vorsorgeuntersuchung sein sollten, sind wir doch häufig unsicher, was Blutdruck und Puls genau aussagen. In diesem Artikel haben wir uns deshalb ausführlich mit den Unterschieden und einem möglichen Zusammenhang beschäftigt. Denn obwohl beide Werte helfen sollen, die Leistungsfähigkeit des Herzens zu bewerten, decken sie doch verschiedene Aspekte der Herzgesundheit ab.

Um einen dauerhaft gesunden Puls und Blutdruck aufrechtzuerhalten, ist vor allem eine gesunde Lebensweise mit regelmäßiger körperlicher Aktivität und einer ausgewogenen Ernährung sehr förderlich. 

Und sorgst du dich doch mal wegen eines überdurchschnittlich hohen Pulses oder möchtest deine Blutdruckwerte überprüfen lassen, kannst du dich einfach ärztlich durchchecken lassen. Denn du erinnerst dich: Auch Stress und Sorgen können Puls und Blutdruck in die Höhe schießen lassen.

Geschrieben von Edibel Quintero, R.D.
Edibel Quintero ist Ärztin, 2013 hat sie ihr Studium an der Universität von Zulia abgeschlossen. Seither ist sie in ihrem Beruf tätig. Sie ist spezialisiert auf Fettleibigkeit und Ernährung, allgemeine Rehabilitation, Sportmassagen und postoperative Rehabilitation. Edibels Ziel ist es, Menschen zu einem gesünderen Leben zu verhelfen, indem sie sie über Ernährung, Bewegung, mentales Wohlbefinden und weitere auf den Lebensstil bezogene Möglichkeiten aufklärt, um ihnen so den Weg zu einer höheren Lebensqualität aufzuzeigen.
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Faktencheck durch Rosmy Barrios, MD
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