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Kann eine Angststörung Kopfschmerzen verursachen?
Geistige Gesundheit

Kann eine Angststörung Kopfschmerzen verursachen?

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Geschrieben von Edna Skopljak, MD | Faktencheck durch Faktencheck durch Rosmy Barrios, M.D. check
Letztes Update: May 8, 2023
158 Ansichten
7 min

Kopfschmerzen durch Angststörungen können dein Leben auf den Kopf stellen – aber wie lassen sie sich verhindern? Wir erklären dir, warum eine Angststörung Kopfschmerzen verursacht und was du zu Hause dagegen tun kannst.

Kann eine Angststörung Kopfschmerzen verursachen
Shutterstock.com

Angststörungen sind heutzutage weit verbreitet und die Symptome können sehr unterschiedlich sein. Die meisten Menschen, die unter einer Angststörung leiden, beklagen sich allerdings über Kopfschmerzen, die plötzlich und ohne Vorwarnung auftreten.

Damit du effektiv gegen die Kopfschmerzen vorgehen kannst, musst du zunächst ihre Ursache verstehen. Wir erklären dir deshalb alles, was du zum Thema Kopfschmerzen durch Angststörungen wissen musst und zeigen dir einige wirksame Heilmittel. Und natürlich haben auch unsere Psycholog:innen am Ende des Artikels noch einen Rat für dich.

Wie kann eine Angststörung Kopfschmerzen verursachen?

Obwohl Angstzustände eine psychische Störung sind, können die Symptome körperliche Auswirkungen zeigen – wie beispielsweise Kopfschmerzen. Menschen, die unter Angst leiden, haben typischerweise entweder Spannungskopfschmerzen oder Migräne.

Stress ist einer der Hauptgründe für die Entstehung von Kopfschmerzen, besonders für Spannungskopfschmerzen. Das Risiko für Kopfschmerzen bei Personen, die häufig unter Stress stehen, ist deshalb wesentlich höher.

Wenn du gestresst bist, schüttet dein Körper das Hormon Cortisol aus. Ein hoher Cortisolspiegel wird unter anderem mit einer Entzündungsreaktion in Verbindung gebracht, die Kopfschmerzen und Migräne verursachen kann.

Stresszustände und Angst können auch zu verspannten Muskeln führen. Diese Muskelverspannungen können ebenfalls verschiedene Arten von Kopfschmerzen begünstigen – besonders Spannungskopfschmerzen. Diese Art von Kopfschmerzen fühlt sich an, als würde sich Druck im Kopf aufbauen.

Häufig treten Angststörungen gemeinsam mit einem Schlafmangel und einem gesunkenen Serotoninspiegel auf – beides können Auslöser für Kopfschmerzen sein. Eine Veränderung des Serotoninspiegels führt zu einer Verengung der Blutgefäße und kann so zu Kopfschmerzen führen.

Es gibt einen engen Zusammenhang zwischen Angstzuständen und Kopfschmerzen. Trotzdem können Schmerzen im Kopfbereich noch viele andere Ursachen haben oder Symptome von Grunderkrankungen sein. Bei regelmäßigen Kopfschmerzen solltest du deshalb unbedingt deinen Arzt bzw. deine Ärztin zurate ziehen, um die Ursachen der Schmerzen zu finden.

Können Ängste Druck im Kopf verursachen?

Eine Angststörung kann zu Spannungskopfschmerzen führen, die sich wie ein dumpfes Drücken im Kopf anfühlen. Der Schmerz lässt sich mit einem Band vergleichen, das zu eng um deinen Kopf gespannt wurde. Es handelt sich also nicht wirklich um Druck im Inneren des Kopfes – von den meisten Menschen wird der Schmerz aber so wahrgenommen.

Spannungskopfschmerzen infolge von Angstzuständen verschwinden in der Regel innerhalb von 30 Minuten. In Ausnahmefällen können sie aber auch länger dauern. Du kannst rezeptfreie Schmerzmittel verwenden und deine Nackenmuskeln dehnen, um den Druck und die Schmerzen zu lindern.

Eine wichtige Dehnübung für den Nacken ist die Dehnung der seitlichen Nackenmuskulatur. Bei dieser Übung legst du die rechte Hand auf deinen Kopf und ziehst dein rechtes Ohr langsam zur rechten Schulter. Anschließend begibst du dich zurück in die Ausgangsposition und wiederholst die Übung auf der anderen Seite.

Du kannst auch versuchen, dein Kinn nach hinten in Richtung Nacken zu bewegen und einige Sekunden in dieser Position zu halten. Lege dafür einen Finger auf dein Kinn und drücke es vorsichtig in Richtung Nacken. Auf diese Weise verlängerst du deine Wirbelsäule und kannst die Beschwerden der Spannungskopfschmerzen lindern.

Wie fühlen sich angstbedingte Kopfschmerzen an?

Angstzustände verursachen in der Regel zwei Arten von Kopfschmerzen: Migräne oder Spannungskopfschmerzen. Spannungskopfschmerzen können bei allen Menschen auftreten und werden häufig von Stress oder Angst ausgelöst. Sie fühlen sich an wie Verspannungen im Nacken und in den Schultern, ein dumpfes Drücken im Kopf sowie Schmerzen und Druck hinter den Augen.Kopfschmerzen durch Migräne fühlen sich anders an und treten seltener auf. Spannungskopfschmerzen und Migräne können dennoch leicht verwechselt werden, da sich einige der Symptome überschneiden. Zu den Symptomen einer Migräne zählen unter anderem:

  • Starke und pochende Kopfschmerzen, meist auf einer Seite des Kopfes
  • Schmerzen können sich auf Gesicht und Hals ausdehnen
  • Gefühl von Krankheit
  • Lichtempfindlichkeit
  • Starkes Schwitzen
  • Schwierigkeiten sich zu konzentrieren
  • Gefühl von Hitze oder Kälte
  • Durchfall und Schmerzen im Unterleib

Nicht alle Migränepatienten sind von denselben Symptomen betroffen. Zudem tritt vor den eigentlichen Kopfschmerzen in einigen Fällen die Migräneaura auf – ein neurologisches Symptom der Migräne. Dies kann sich wie folgt bemerkbar machen:

  • Wahrnehmungsprobleme, wie blinkende Lichter oder Zickzack-Muster
  • Taubheit oder Kribbeln in der Hand, im Gesicht, auf den Lippen oder der Zunge
  • Schwindelgefühl oder Verlust des Gleichgewichts
  • Schwierigkeiten beim Sprechen
  • Sehr selten ein Verlust des Bewusstseins

Die Migräneaura kann bis zu einer Stunde vor den Kopfschmerzen auftreten. In einigen Fällen treten auch nur Symptome der Aura ohne Kopfschmerzen auf.

Woran erkenne ich, ob Angst meine Kopfschmerzen verursacht?

Falls du unter regelmäßigen Angstzuständen leidest, ist es gut möglich, dass deine Kopfschmerzen durch Angst oder Stress entstehen. Die Schmerzen fühlen sich genauso an wie jede andere Art von Kopfschmerzen. Trotzdem kannst du einfach herausfinden, ob deine Schmerzen durch Stress oder Angst verursacht wurden.

Zunächst solltest du dir die Frage stellen, ob du heute besonders gestresst warst, zu wenig geschlafen hast oder zu viel gearbeitet hast. So kannst du herausfinden, ob Angst oder Stress ein potenzieller Auslöser für deine Kopfschmerzen ist.

Du hast heute viel Wasser getrunken, eine Pause vom Bildschirm eingelegt und sogar Schmerzmittel genommen – aber nichts scheint zu funktionieren? Dann ist es sehr wahrscheinlich, dass deine Kopfschmerzen durch Angstzustände ausgelöst werden.

Es gibt keine bewährte Methode, um angstbedingte Kopfschmerzen von anderen Arten von Kopfschmerzen zu unterscheiden. Du musst deshalb selbst beurteilen, ob du in letzter Zeit besonders gestresst oder ängstlich warst.

Wie werde ich Angst-Kopfschmerzen los? 5 natürliche Hausmittel!

Egal, ob du unter einer generalisierten Angststörung (GAD) leidest oder häufig unter Stress stehst – es gibt einige zuverlässige Methoden, um Angst-Kopfschmerzen zu Hause loszuwerden.

Wir haben die besten Tipps für dich, mit denen du deine Kopfschmerzen zu Hause bekämpfen kannst. Wenn du das nächste Mal Kopfschmerzen durch eine Angststörung oder Panikstörung hast, solltest du diese Dinge ausprobieren:

#1 Massiere deine Schläfen

Durch Angst entstandene Kopfschmerzen manifestieren sich häufig durch einen Druck im Kopf. Du kannst die Schmerzen lindern, indem du sanft deine Schläfen massierst. Die Schläfenmassage hilft besonders bei Spannungskopfschmerzen.

Auch bei Kopfschmerzen, die durch Muskelverspannungen entstanden sind, kann eine Kopfmassage Linderung schaffen. Sie hilft bei der Durchblutung und entspannt deine Muskeln. Sei aber vorsichtig und verwende nicht zu viel Druck, wenn du deine Schläfen massierst.

#2 Eine warme Dusche

Einige Menschen schwören auf kalte Kompressen, um Spannungskopfschmerzen zu bekämpfen. Häufig kann aber auch eine warme Dusche helfen, die Schmerzen zu lindern. Eine warme Dusche fördert die Durchblutung und kann die Muskelverspannungen im Zusammenhang mit Angst-Kopfschmerzen lindern.

#3 Ruh dich aus

Ein häufiger Nebeneffekt von Angstzuständen ist Schlaflosigkeit. Gleichzeitig kann ein Schlafmangel zu einem höheren Risiko von Kopfschmerzen führen. Wenn du also auf einen guten Schlaf achtest, kannst du dein Risiko für Angstzustände und Kopfschmerzen lindern.

Versuche es mit einem heißen Tee zum Einschlafen, falls du aufgrund rasender Gedanken nicht einschlafen kannst. Kamillentee ist aufgrund seiner beruhigenden Wirkung perfekt geeignet. Du kannst auch ätherische Öle wie Lavendelöl nutzen, um in deinem Zimmer eine Wohlfühlatmosphäre zu schaffen. Achte außerdem darauf, kurz vor dem Einschlafen keine Bildschirme mehr zu benutzen.

Schlafstörungen können eine Belastung für deine körperliche und psychische Gesundheit sein. Falls du unter andauernden Schlafproblemen leidest, solltest du herausfinden, ob die Ursache eine zugrundeliegende Erkrankung ist. In diesem Fall solltest du deinen Arzt bzw. deine Ärztin zurate ziehen.

#4 Entspannungsübungen

Entspannungsübungen wie die 333-Regel, Atemübungen und Meditationen können dabei helfen, die Auswirkungen von Angst auf deine psychische Gesundheit zu reduzieren. Nimm dir jeden Tag einige Minuten Zeit, um diese Übungen zu meistern – so kannst du deine Angstsymptome und auch deinen Kopfschmerz langfristig reduzieren.

Du wirst plötzlich von Kopfschmerzen heimgesucht? Dann versuch es mit Entspannungsübungen, um den akuten Schmerz zu lindern. Sie helfen zwar nicht bei besonders starken Kopfschmerzen, aber sie können die Schmerzen lindern, bis die Schmerzmittel wirken.

#5 Take care of yourself

Kopfschmerzen durch eine Angststörung lassen sich nur vermeiden, wenn du Wert auf deine psychische Gesundheit legst. Du solltest deshalb eine gute Strategie zur Angstbewältigung verfolgen.

Du könntest es zum Beispiel mit einer Psychotherapie versuchen, die bei Angststörungen häufig gute Ergebnisse erzielt. Zudem solltest du dir realistische Grenzen setzen, damit du nicht zu viel arbeitest und gestresst wirst.

Ein Spaziergang am Morgen vertreibt Kummer und Sorgen, denn frische Luft ist ein tolles Mittel gegen Stress und Panikattacken! Vielleicht hilft es dir ja, ein bisschen raus in die Natur zu gehen. Du kannst es ebenfalls mit einer gesunden Diät versuchen oder deine psychische Gesundheit per App verbessern.

Falls du dich hilflos und überwältigt fühlst, solltest du nicht zögern, deinen Arzt oder deine Ärztin um Hilfe zu bitten. Sie können dir Medikamente gegen Angstzustände verschreiben oder dich anhand deiner Symptome ausführlich beraten.

FAQ

Können Angstzustände Migräne verursachen?

Ja, sowohl Stress als auch Angstanfälle können ein Auslöser für Migräne-Attacken sein. Natürlich gibt es aber noch viele weitere mögliche Ursachen. Falls du unter regelmäßiger Migräne leidest, solltest du deinen Arzt oder deine Ärztin fragen, was du dagegen tun kannst.

Erzeugen Angststörungen ein komisches Gefühl im Kopf?

Ja, durch Ängste kann ein Gefühl von Druck im Kopf entstehen. Dieses dumpfe Drücken wird als Spannungskopfschmerz bezeichnet und kann viele Ursachen haben, darunter Stress und Muskelverspannungen. Häufig treten gleichzeitig ein Schwindelgefühl und andere Symptome der Migräneaura auf.

Kann ich von zu viel Denken Kopfschmerzen bekommen?

Das Denken an sich kann nicht zu Kopfschmerzen führen. Wenn du aber übermäßig grübelst oder dir ständig Sorgen machst, kann das zu Angstzuständen führen, die wiederum Kopfschmerzen verursachen. Falls du deine Gedanken nicht kontrollieren kannst oder dich ängstlich fühlst, solltest du am besten deinen Arzt oder deine Ärztin um Rat fragen.

Das sagen unsere Psycholog:innen

Auf der ganzen Welt leiden viele Menschen unter Angstzuständen. Die Symptome der psychischen Erkrankung machen sich auch körperlich bemerkbar und verursachen Kopfschmerzen, die in der Regel durch Stress entstehen.

Falls du unter Kopfschmerzen durch Angst oder Stress leidest, gibt es verschiedene Heilmittel, die du ausprobieren kannst. Dazu zählen rezeptfreie Schmerzmittel, Kopfmassagen oder ein besserer Schlaf. Die einzige Möglichkeit, um angstbedingten Kopfschmerzen vorzubeugen, besteht jedoch darin, die Ursachen der Angst zu bekämpfen.

Vielleicht entstehen deine Ängste durch arbeitsbedingten Stress, Ärger zu Hause oder ein traumatisches Erlebnis. Was auch immer dafür verantwortlich ist – mit einer individuell abgestimmten Therapie kannst du der Sache auf den Grund gehen.

Verschiedene Therapiearten wie die kognitive Verhaltenstherapie (CBT) können dir dabei helfen, negative Denkmuster zu vergessen und dadurch Ängste zu reduzieren. Ein CBT-Therapeut in deiner Nähe wird dir bei diesem Thema sicherlich gerne weiterhelfen.

Weitere gute Mittel gegen Ängste und Stress sind Bewegung und täglicher Sport, Zeit mit deinen Liebsten zu verbringen und das Führen eines Tagebuchs, um deine Gedanken zu verarbeiten.

Fazit

Eine Angststörung kann durchaus Kopfschmerzen verursachen, zum Beispiel eine Migräne oder Spannungskopfschmerzen. Beides kannst du zu Hause mit viel Ruhe, Schmerzmitteln, Kopfmassagen und Entspannungsübungen behandeln. Falls die Kopfschmerzen aber nicht besser werden oder sehr stark sind, solltest du dir umgehend einen medizinischen Rat einholen. Scheue dich auch nicht davor, eine individuelle Therapie zu machen, um deinen stressbedingten Kopfschmerzen ein für alle Mal ein Ende zu setzen. Dein Arzt bzw. deine Ärztin wird dir diesbezüglich gerne weiterhelfen.

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Geschrieben von
Edna Skopljak, M.D., ist beim Health Reporter als medizinische Beraterin tätig. Sie ist Allgemeinmedizinerin und arbeitet derzeit als Ärztin in einer Abteilung für orthopädische Chirurgie und Traumatologie. Neben ihrer klinischen Arbeit verfügt sie über langjährige Erfahrung in der medizinischen Forschung als Redakteurin einer renommierten medizinischen Fachzeitschrift.
Dieser Artikel wurde überprüft von Rosmy Barrios, M.D.
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